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Orthoptik und Sehschule

 Die Orthoptik befasst sich als spezieller Bereich der Augenheilkunde mit:

  • Schielerkrankungen
  • Sehschwächen
  • Störungen des ein- und beidäugigen Sehens
  • Augenzittern (Nystagmus)
  • und Augenbewegungsstörungen (Motilitätsstörungen)

Orthoptisten bzw. Orthoptistinnen werden an einer Berufsfachschule speziell dafür ausgebildet, diese Erkrankungen bei Patienten aller Altersgruppen zu erkennen und zu behandeln und arbeiten in Augenarztpraxen und Orthoptik-Abteilungen von Augenkliniken, häufig auch als Sehschule bezeichnet.

Schon im Alter von sechs bis zwölf Monaten sind präventive orthoptische Untersuchungen möglich. Je früher eine Sehstörung diagnostiziert wird, die unter Umständen auch Kopfschmerzen, Lese-Recht-Schreibschwächen oder Legasthenie zur Folge haben kann, desto besser sind die Behandlungsmöglichkeiten.

Zur orthoptischen Diagnostik gehören:

  • Sehschärfenbestimmung in Ferne und Nähe
  • Prüfung der Lesesehschärfe und -geschwindigkeit
  • Bestimmung von Fehlsichtigkeiten (objektiv und subjektiv)
  • Prüfung auf ausreichende optische Korrektion
  • Prüfung der Nahanpassungsfähigkeit
  • Prüfung der Augenstellung und Augenbewegungsfähigkeit einschließlich der Fähigkeit beidäugige schnelle und langsame Augenbewegungen durchzuführen
  • Messung des Schielwinkels
  • Analyse der beidäugigen Zusammenarbeit
  • Prüfung des zentralen und peripheren Gesichtsfeldes
  • Untersuchung des Farbensehens
  • Untersuchung des Kontrastsehens
  • Feststellen des Beleuchtungsbedarfs

Als Therapien kommen in Frage:

  • Optimierung von Sehhilfen
  • Behandlung und/oder Schulung des sehschwachen Auges
  • Schulung zur Verbesserung und Stabilisierung der beidäugigen Zusammenarbeit
  • Beseitigung von Doppelbildern
  • Anpassung vergrößernder Sehhilfen

Orthoptische Rehabilitation

Zunehmend spielt in der Orthoptik auch das Gebiet der Rehabilitation eine Rolle. Dazu zählt die Behandlung von visuellen Störungen, die zum Beispiel infolge eines Unfalls oder einer Erkrankung des Sehorgans neben körperlichen und/oder geistigen Behinderungen auftreten. Mit speziellen Techniken und Strategien kann die Restsehleistung geschult werden:

  • Reha-Sehtraining, z. B. bei Gesichtsfeldausfällen nach Schlaganfall
  • Verbesserung der Orientierungsfähigkeit
  • Visuelle Aktivierung
  • Computergestütztes Schreib-, Lese- und Gesichtsfeldtraining
  • Beratung über weitere Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten
  • Motivation und Hilfe zur Akzeptanz

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